Oh ich unglücklicher Rabe

Es hofft ohne Hoffnung und voller Triebe
der Rabe, der Dumme – für Frau Storch hat er Liebe.
Obwohl schöne Lieder für sie er kräht,
wird er von ihr nur weiter verschmäht.

Im Winter, wenn sie in Afrika lebt,
des Raben Herz im Schnee für sie bebt.
Im Frühling kehrt sie wieder zurück,
mit Herrn Storch baut sie’s Nest fürs Kinderglück.
Der Rabe kann nur Zuschauer sein,
immer größer wird seine Pein,
mitten im Sommer friert er ein,
zittert und schluchzt in sich hinein.

Doch statt zu verreisen,
Frau Storch zu vergessen,
bleibt er von ihr weiter besessen.
Die Hoffnung hat er ganz aufgegeben,
sucht in Kellern nach Gift bis zum Ende vom Leben.

© der Übersetzung: Metka Wakounig, 2014